unter- und überschätzt…

Ich konnte es mir (wie ihr wisst) nicht so wirklich vorstellen mit vorerst „nur“ 3 Stunden in den Arbeitsalltag zu starten…“3 Stunden sind doch nix“… „da schafft man doch auch nix“…“ist ja lächerlich“…dachte ich… und wurde mal wieder eines Besseren belehrt.
Am Dienstag hatte ich ein Meeting, was etwas länger als eine Stunde gedauert hat und ich musste feststellen, dass meine Konzentrationsfähigkeit zwischenzeitlich flöten gegangen ist. Niemals hätte ich gedacht, dass mir meine (für mich) selbstverständlichen Fähigkeiten wie z. B. Konzentration und aufmerksames Zuhören schwer fallen könnten…ok, „schwer“ ist jetzt etwas übertrieben geschrieben, aber ich habe es deutlich gemerkt, dass mein Hirn erst einmal wieder etwas Training braucht…scheint sich am Rest des Körpers zu orientieren. Damit habe ich den Einstieg in das Arbeitsleben eindeutig unterschätzt…oder mich überschätzt…je nachdem…

Was ich auch etwas falsch eingeschätzt habe, ist meine alte „Ich-mache-alles-und-das-sofort-und-am-besten-heute“-Gewohnheit. Die muss ich seit Tag 1 bekämpfen. Bei momentan 3 Stunden täglich habe ich für mich nicht ansatzweise das Gefühl, dass ich etwas nennenswertes am Tag schaffe…ich will schon wieder zu schnell zu viel…und da kommt ganz schnell der Gedanke auf, von zu Hause „mal eben kurz“ dies oder das zu machen… Aber ich übe mich in Zurückhaltung.

Echt krass, wie schnell man direkt wieder in die alten Gewohnheiten zurückfallen „will“.
Aber das Positive: ich erkenne es! 🙂 Immerhin hat sich also insofern etwas getan und ich beobachte und korrigiere mich quasi selbst.

Auf jeden Fall bin ich froh, wieder zu arbeiten und kann mich auch wirklich glücklich schätzen, dass ich von meinen Kollegen und meinem Vorgesetzten so unterstützt werde. Das ist nicht selbstverständlich und das schätze ich sehr (und vor allem nicht falsch ein)!
Mir wird ja fast eingehämmert, dass ich nicht wie früher alles an mich reißen und dass ich auf meine Work-Life-Balace achten soll. Und dann muss ich mich von meinen Kollegen fast anschreien lassen, weil ich schon 5 Minuten länger als die vorgesehenen 3 Stunden am Platz sitze…da muss ich mich ja schon zusammenreißen um nicht mit einem „Übertreibt es nicht, ich kann auf mich selbst aufpassen!“ rauszuplatzen 😉 (hey, ihr kennt mich).
Aber im Ernst: Es freut mich, dass sie auf mich gucken…und ich werde mich revanchieren…und wehe es hagelt dann blöde Sprüche 🙂

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3 Stunden Arbeit…

…sind ganz schön schnell um 🙂

Ehrlich gesagt habe ich ja damit gerechnet, dass ich mir meinen Rechner selbst aufbauen und meinen Schreibtisch ersteinmal „einrichten“ muss. Immerhin waren meine Arbeitsutensilien 10 Monate irgendwo abgestellt. Aber: Tisch stand, Rechner war angeschlossen, kein Kabelsalat unterm Schreibtisch (Als Junior-Monk habe ich was gegen Kabelsalat)1.tag, „meine“ Mädels haben mir Blumen auf den Tisch gestellt und sogar CupCakes gebacken!

Wenn das mal kein guter Start ist. Wer will nicht gleich Morgens um mit einem leckeren Balisto-CupCake in die Woche starten 🙂 … Morgen muss ich ein paar km mehr laufen als geplant 🙂

Auch ansonsten kann ich nur sagen: DANKE für den herzlichen Empfang.
Fühlt sich gut an.

Habe als erstes mal schön mein Passwort vergessen um meinen Rechner hochzufahren…das ist mir bisher noch nie passiert… Die Gehirnzellen müssen ersteinmal wieder aktiviert werden 🙂

Dadurch, dass ich auf einer neuen Position anfange und deshalb nicht direkt mit Übergaben bombardiert wurde, ist es ein relativ entspannter Einstieg. Ich kann quasi mein Outlook einmal leeren und von vorne anfangen…HERRLICH

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Es geht los…

…die Wiedereingliederung startet morgen!
Ich fühle mich gut…ich fühle mich gestärkt…ich fühle mich bereit… ich bin Batman… 😉

Und im Ernst: JAAA ich freue mich!

Ich kann mir zwar überhaupt nicht vorstellen, dass mich die vorerst 3 Stunden Arbeit am Tag wirklich fordern werden, aber mit großspurigen Ansagen halte ich mich lieber mal zurück…nicht, dass ich morgen total überfordert nach Hause krabbel…nicht mal mehr in der Lage, das Batmobil sicher nach Hause zu fahren… 🙂

Natürlich werde ich morgen Abend…ach nee,
sind ja „nur“ 3 Stunden…morgen Mittag berichten.

Es geht also voran und langsam aber sicher zurück ins „normale“ Leben, allerdings werde ich dafür sorgen, dass sich die „negativen“ Gewohnheiten nicht wieder einschleichen (Fragt mich gern in einem halben Jahr nochmal).

Meine Ernährungsumstellung klappt soweit ganz gut und ich bin einmal mehr erstaunt, was das Hirn so alles leistet und was man allein mit dem Kopf erreichen kann. Denn wenn ich mir tatsächlich mal Ausnahmen in Form von Fleisch oder Milchspeisen gönne, wird mir nach dem „Genuss“ ein wenig übel…DAS hätte ich niemals erwartet! Allerdings macht es die Umstellung auch leichter…jetzt muss das nur noch bei Weingummi klappen…und Schoki… 😉

Das Laufen klappt auch wieder recht gut. Ich sehe stetig Verbesserungen und das motiviert! Gerade heute Morgen bin ich mit meinem Bruder knapp 11km durch unser schönes Naturschutzgebiet (ja, Hamburg hat sowas) gelaufen. Der Puls war auch in einem vernünftigen Bereich und ich war anschließend nicht total im A…Eimer. Nächstes Wochenende werde ich auf 13km erhöhen und darauf das WE auf 16km. Die verkommene Hülle wird wieder in Form gebracht!

Und bevor ich meine Haare in den nächsten Tagen das erste Mal schneiden lasse, hier noch ein aktuelles Foto.

14.06.14

14.06.14

Mittlerweile wurde ich bestimmt von 15-20 Leuten gefragt, ob ich sie habe strähnen oder blondieren lassen. Habe ich nicht! Und da mich immer wieder die Frage erreicht, was ich denn für mein Haarwachstum mache: Nichts bestimmtes! Ich nutze Shampoo von NumisMed (habe ich auch schon, als ich noch eine Glatze hatte) und massiere die Kopfhaut regelmäßig (habe ich auch schon von Anfang an gemacht).

 

Ein neues Foto von meiner Portnarbe lohnt noch nicht wirklich. Bisher hat sich noch nicht viel getan, allerdings muss ich auch zugeben, dass ich die letzten Tage nicht regelmäßig gesalbt habe…denn bei dieser Salbe nehme ich die „Es juckt höllisch und ich kratze mir die Narbe noch auf“-Nebenwirkung mit…und dann kommt auch noch das „täglich mehrmals auftragen“ hinzu…ihr wisst ja, täglich ist ja schon nichts für mich und dann noch mehrmals…aber ich versuche daran zu denken…will ja eine unsichtbare Portnarbe bekommen.

So. Ich entstaube mal meinen Wecker und stelle mich schon mal seelisch auf 40 Minuten Fahrtweg für 12km (nein, nicht mit dem Rad sondern mit dem Auto) und eine anschließende 20-minütige Parkplatzsuche ein…und bleibe total gelassen 🙂

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Papierkram…

…nimmt kein Ende…und ich als bekennende Befürworterin der digitalen Medien finde Papier echt ätzend. Warum geht nicht alles online? 😉

Vielleicht sollte ich mich einfrieren und in 100 Jahren…aber lassen wir das…

Die Papiere für die Stufenweise Wiedereingliederung (SWE) sind da:
– eine Kopie der Checkliste  (Formular G833)
– eine Kopie des Stufenplans (Formular G834)
– ein Informationsblatt zur SWE für den Arbeitgeber (G838)
– eine Beginnmitteilung über die SWE (G840)

image
 
Die Checkliste ist sehr hilfreich, da dort konkret steht, wann man welche Formulare von wem unterschreiben lassen muss und wohin es dann gefaxt wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es zusätzlich zur Checkliste auch nochmal ein Ablaufdiagramm…

 

 

Meine SWE ist also eingereicht und vom Arbeitgeber genehmigt worden und nun geht es am 16.6. vorerst mit 3 Stunden täglich wieder los. Ich hätte nie gedacht, dass ich es mal schreibe…aber…Ich freue mich! 🙂

Es gibt aber noch weitere Papiere. Ich hatte ja schon geschrieben, dass mein Gentest negativ (also positiv) ist. Das zumindest habe ich aus der Behandlungsempfehlung herausgelesen, denn die vollständigen Unterlagen hatte ich während meiner Reha nicht zur Hand.

Nun habe ich mich aber durch die 4 DIN A4-Seiten gelesen. Es ist korrekt, dass keine bisher bekannte Genmutation in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 vorliegt, allerdings gibt es einen Nebenbefund einer unklassifizierten Variante im BRCA2-Gen heterozygot. Mir wird daher empfohlen in etwa 5 Jahren die Genetische Beratung noch einmal zu machen, da dann möglicherweise die Diagnostik weitere Gene und damit der unklaren Variante angeboten werden kann. Ein weiterer Termin, den ich mir in meiner Excelliste notieren werde.

Da fällt mir ein, dass ich schon ein Rezept für weitere 100 Tage Tamoxifen brauche…irre… mit Tam komme ich weiterhin recht gut klar. Seitdem ich die Antihormone kurz vorm Schlafen gehen nehme, habe ich tagsüber weniger Hitzewallungen…ja ich weiß, hab ich schon geschrieben..aber es ist immernoch so 🙂
Und die so häufig beschriebenen Gliederschmerzen habe ich nicht. Aber ab und an habe ich das Gefühl, dass mein Körper einfach in den Boden sinken will und es fällt mir alleine vom Gedanken her schwer, vom Sofa aufzustehen. Dann ist es aber auch schon wieder weg…oder ich merke es einfach nicht mehr 😉

 

 

 

 

 

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Ein Sammelsurium…

…an Informationen für die es sich einzeln nicht lohnt einen Beitrag zu schreiben, die ich aber trotzdem loswerden möchte 🙂

Fangen wir mal mit Tamoxifen an. Ich habe festgestellt, dass ich mit den Tabletten bzw. deren Nebenwirkungen viel besser klarkomme, wenn ich sie zur Nacht nehme. Also tatsächlich erst kurz bevor ich das Licht ausmache. Ich habe tagsüber kaum mehr Hitzewallungen.

es könnte allerdings auch sein, dass Sport auch eine Rolle spielt. Je mehr bzw. regelmäßiger man Sport treibt, desto besser kommt der Körper mit solchen Hitzewallungen klar. Und Sport hatte ich drei Wochen lang täglich 😉

Apropos Sport. Sport ist ja bekanntlich gut für den Körper und damit auch für die Gesundheit, aber wenn man Krebspatient/in ist, dann ist Sport ein wichtiger Bestandteil um ein mögliches Rückfallrisiko zu verringern. Lt. Einem Vortrag während der AHB wurde gesagt, dass man das Rückfallrisiko durch regelmäßigen Sport um ca. 30% senkt! Somit haben wir es ein Stück weit selbst in der Hand. Je besser wir mit unserem Körper umgehen, desto schwerer machen wir es den evtl. vorhandenen Krebszellen! Also Sportschuhe untergeschnallt und los! 😉

Apropos Sport- bzw. Laufschuhe…da kann ich jetzt sogar mit einem Artikel in der RUNNER’s auftrumpfen 🙂

Artikel-RUNNER's

 

 

 

 

 

 

Den hochauflösenden Scan findet ihr hier (bitte nicht aus dem Ordner entfernen): https://www.dropbox.com/sh/1o0wqipzaz368r7/AABpRr_sbrygrtA68Z47D-2ca

Hat mich total gefreut und auch das Foto ist ganz cool geworden 🙂

Apropos Foto. Ich glaube, Nordseeluft und Entspannung tragen zum Haarwuchs bei.

24.05.14

24.05.14

 

Und da ich die Frage nun schon ein paar Mal beantwortet habe: Nein, ich habe mir keine Strähnchen machen lassen. Das ist meine natürliche Haarfarbe…die ich das erste Mal seit bestimmt 10 Jahren sehe, weil ich immer gefärbt habe…

von dem Färbegedanken komme ich momentan ab…gefällt mir jeden Tag etwas besser und ich denke, dass die Haare nicht sehr viel länger werden. Ein Stück lasse ich sie noch wachsen aber das war’s dann 🙂

 

Apropos „das war’s“. Sobald man OPs hinter sich und nur noch die Narben als Erinnerung hat, möchte man die Narben natürlich so wenig wie möglich sehen. Generell stören mich die Narben nicht…richtig, jetzt kommt das ABER: ich habe drei Narben…Die „Lymphknoten-Narbe“ in der Achsel, die „Tumor-Narbe“ an der Brust und die „Port-Narbe“ unterhalb des Schlüsselbeins. Zwei von den Narben sind so gut wie unsichtbar…und welche sieht man? Natürlich die Port-Narbe. Ok, hier wurde auch zweimal aufgeschnitten, aber die finde ich trotzdem nicht so schön:

Portnarbe_23.05.14

 

Mir wurde während der AHB von einer Patientin eine Narbensalbe empfohlen. Dieses „Narbenspezifikum“ heißt Contractubex, kostet ca. EUR 18,- für 30g und soll helfen. Ich salbe seit gestern also brav die Narbe mehrmals täglich ein und werde berichten. Bin gespannt, ob ein lohnenswertes Vorher-Nachher-Bild entsteht.

 

 

Apropos Bild. Seit einigen Monaten überlege ich immer wieder, ob ich mir ein Tattoo stechen lasse…als eine Art „Mahnmal“…um mit jedem Blick darauf daran erinnert zu werden, was ich geschafft habe und was ich ändern will…und ich glaube, dass mache ich auch.

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wieder zu Hause!

Zu Hause ist es doch am Schönsten! … aber auch stressiger 😉
Als ich heute Mittag am Hauptbahnhof aus dem Zug gestiegen bin, hat mich diese Menschenmasse fast „erdrückt“. Nach 3 Wochen auf der Insel war das ja fast ein Kulturschock! Aber daran gewöhnt man sich sicher wieder sehr schnell…so wie an den restlichen Alltag auch…aber ich werde daran arbeiten, dass sich nicht alle Dinge wieder so einschleichen wie sonst.

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich es schon erwähnt hatte, aber ich war alles andere als der Meinung eine AHB machen zu müssen/wollen. Letztendlich habe ich es ja nun doch gemacht und ich kann es nur jedem raten! Diese 3 Wochen haben mir einfach gut getan. Sowohl physisch als auch psychisch. Die Muskelkraft hat deutlich zugenommen, was man relativ leicht an den Gewichten im Geräteraum  oder am Durchhalten der Rumpfstabi-Übungen merken konnte. Wenn ich mir das erste Zirkeltraining von vor drei Wochen in Erinnerung rufe und dann das letzte Zirkeltraining am Montag…VOLL COOL!
Und da sich so langsam eine gewisse Routine einstellt, was das Ändern von alten Gewohnheiten angeht, werde ich hoffentlich auch die „Kopfsachen“ entsprechend üben und umsetzen können.

Abgesehen davon, dass ich ursprünglich keine AHB machen wollte, hätte ich jeden ausgelacht, der mir vor ein paar Wochen gesagt hätte, dass ich in einem Jahr die 2. Reha machen soll…jetzt nicht mehr…ich werde diese in einem halben Jahr definitiv beantragen!
Also an alle die denken, dass sie keine AHB/Reha brauchen: DOCH! Es hilft, selbst wenn man felsenfest der  Meinung ist, dass man keine Hilfe benötigt. Einfach mal raus aus dem Alltag, sich nur um sich selbst kümmern, sich keine Gedanken über´s Essen machen müssen, einfach von einem Tag in den nächsten leben, sich viel bewegen, die Natur genießen, sich selbst aus der Distanz sehen und die wiederkehrende Kraft beobachten…nein dieser Blog wurde nicht Opfer eines Hacker-Angriffs…ich bin es immernoch 😉

An dieser Stelle ein Dankeschön an die tolle Truppe! Danke für die guten, für die kurzweiligen oder auch die tiefgründigen Gespräche, für die Albernheiten, für die blöden Sprüche (die ihr ertragen musstet), für´s Nerven und Nicht-Nerven, für die Spaziergänge, für Eure Unterstützung und letztendlich dafür, dass ihr mir immer blöde Sprüche an den Kopf geknallt habt, wenn ich gerade einen Schluck getrunken habe…und fast daran erstickt wäre…egal ob im Speisesaal, im Bus, im Café oder im Ruheraum der Sauna… ihr seid echte Kumpel… 😉

Nun sitze ich wieder hier auf unserer Terrasse im Garten und freue mich, mich langsam wieder auf den Alltag vorbereiten zu können.

 

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ein wenig down…

…es tut mir fast leid, dass ich diesen Beitrag schreibe, aber wenn ich etwas loswerden muss, dann doch hier.

Irgendwie kam ganz viel zusammen…meine männlichen Blogleser können an dieser Stelle noch aussteigen, um den „Mädchenkram“ nicht lesen zu müssen…

Es fing vorgestern damit an, dass ich trotz der Antihormontherapie meine Tage bekommen habe (spätestens jetzt sind wir Mädels wohl unter uns).

Mein erster Gedanke: Scheiße, die Antihormone wirken nicht! Habe aber direkt gestern Morgen die Ärztin gefragt und es ist durchaus möglich und nicht unnormal, trotz Antihormontherapie zu bluten (also jetzt spätestens). Man kann übrigens nicht feststellen ob die Antihormone wirken, geht aber aufgrund diverser Studien und positiven Ergebnissen ersteinmal davon aus.

Gestern Mittag gab es dann den allgemeinen Vortrag über Brustkrebs. Das meiste habe ich schon gehört (abgesehen von den Titanclips) aber es war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl noch einmal alles erklärt zu bekommen, noch einmal vor Augen zu haben, was genau da passiert ist. Wobei ich sagen muss, dass die (junge) Oberärztin hier echt super ist. Absolut menschlich, sympathisch und fachlich top! Aber dennoch hat der Vortrag einen faden Beigeschmack bei mir hinterlassen.

Zum Abend hin habe ich meine bekannten aber lange nicht mehr dagewesenen Unterlaibschmerzen bekommen…hatte ich früher schon extrem, dann mit der Hormonspirale etliche Jahre nicht mehr und nun mit der Kupferspirale wieder…die Schmerzen sind so stark, dass sogar meine Füße taub werden.
Also gestern Abend eine Schmerztablette eingenommen und nicht mehr Badminton gespielt (Gehirn hat also noch funktioniert)…

Und dann gab es heute Nachmittag eine Medikamentenschulung. Auch dort gab es nicht viel Neues zum Tamoxifen, welches ich mindestens 5 Jahre einnehmen werde, aber dennoch hat es mir auch nochmal vor Augen geführt, was da im Körper so alles passiert.

Und dann wurde noch am Rande erwähnt, dass Sojaprodukte nicht unbedingt gut sind…das Thema habe ich nach dem Vortrag bei der Ärztin nochmal angesprochen. Denn, ihr erinnert Euch, stelle ich meine Ernährung nach und nach auf Vegan um…das fand sie auch gut, würde aber von einem Soja-Verzehr mehr als zweimal pro Woche abraten…ich hatte ja nun vor einigen Wochen gelesen, dass Soja sogar dazu beitragen würde, dass Brustkrebsrisiko zu senken…stimmt auch…aber nicht bei Frauen, die schon an Brustkrebs erkrankt sind! Soja enthält sogenannte Phytoöstrogene und eine vermehrte Zufuhr von Sojaprodukten kann die Menge der Östrogene erhöhen und damit hat das Antihormon Tamoxifen u. U. ein Problem mit dem Blocken der Östrogene…und somit erhöht sich das Rückfallrisiko wieder…

Das klingt irgendwie nicht nach „viel“ und wahrscheinlich liegt es hauptsächlich daran, dass ich seit Jahren mal wieder meine Tage habe, aber ich war genervt und frustriert. Ich musste mich abreagieren und bin auf mein Zimmer gegangen um mich für die Muckibude umzuziehen…und kaum war ich im Zimmer liefen mir die Tränen…bestimmt hat sich die blöde Gentest-Erleichterungsträne gerächt und direkt ihre Brüder mitgebracht…dieses „ich-hab-meine-Tage-und-bin-nah-am-Wasser-gebaut-Mädchen-Ding“ kenne ich sonst nicht…so habe ich mir also geduldig 3 Minuten zum durchatmen gegeben, während ich mich gefragt habe, was zum Teufel das Geheule soll und bin dann mit dem iPod in die Muckibude.

Das tat gut und danach war ich wiederhergestellt.
Beim Abendessen wurde ich von einigen gefragt, ob es mir wieder besser geht und ich mich abreagiert hätte… Logo! Ich werde doch nicht zum Mädchen!

…oder wie Brauni es vorhin formuliert hat: Iron(wo)man wird nicht weich!

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…noch 7 Tage…

…dann sind die drei Wochen auch schon vorbei…

Ich hoffe, dass das Wetter nochmal etwas besser wird und ich noch ein wenig das Meer genießen kann bevor es nächsten Mittwoch zurück geht.

Der Adressaufkleber für den Rücktransport meines Koffers ist schon bestellt und gegen Ende der Woche gibt es die Abreise-Info…apropos Info…

Gestern gab es einen Vortrag zum Thema Brustkrebs und dort habe ich zum ersten Mal gehört, dass ALLE „Bestrahlungspatientinnen“ Titanclips in die Brust gesetzt bekommen haben…also auch ich…wusste ich bisher nicht…ich frage mich immer als erstes, ob ich an irgendeiner Stelle nicht zugehört habe…aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir einen Superheldennamen gegeben hätte, wenn ich von den Titanclips gehört hätte 😉

Also wozu hat man die? Ihr müsst Euch vorstellen, dass die Chirurgen im Idealfall einen Schnitt am Brustwarzenhof machen und sich von da aus bis zum Tumor „durchgraben“. Nach Entfernung des Tumors wird das umliegende Gewebe verschoben um das entstandene Loch wieder zu füllen (sofern der Tumor nicht zu groß war). Es ist also nach der OP nicht mehr unbedingt alles an seinem Platz und dann soll der Radiologe das ehemalige „Tumorgebiet“ mit einer „Extradosis“ bestrahlen…woher soll er nun wissen, an welcher Stelle das Tumorgebiet nach der OP liegt? Richtig, durch die Titanclips. Diese wurden bei dem anfänglichen Planungs-CT vor der ersten Bestrahlung entsprechend geortet und markiert und dorthin gab es dann den „Boost“…alles logisch und sinnvoll…und immerhin weiß ich es jetzt auch… apropos wissen…

Ich habe vor drei Tagen das erste Mal etwas von Übergangsgeld während der AHB gehört. Bei den anderen „Kollegen“ hier, wurde mit dem Reha/Antrag auch der Antrag für das Übergangsgeld ausgefüllt…ich hatte kein entsprechendes Formular bei meinem Antrag…und dann höre ich Sätze wie „Bist Du sicher?“ oder „Doch, das muss dabei gewesen sein!“…MÖÖP…das Formular war bei mir definitiv nicht dabei!
Dafür kam es gestern per Post zu Hause an…WIE PRAKTISCH! Nun muss ich mich ersteinmal informieren wie es mit dem Kranken- und Übergangsgeld funktioniert…das Übergangsgeld soll (soweit ich gehört habe) nochmal ca. 2 % geringer sein als das Krankengeld.

Da ich gleich einen Termin mit dem Sozialdienst bezgl. meiner Wiedereingliederung habe, kann ich das Thema auch direkt mit ihm besprechen…langweilig wird es nie…

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Erleichterung…

manchmal merkt man gar nicht, wie sehr sich einige Dinge im Hinterkopf festkrallen und einen unbewusst beschäftigen.
So ging es mir anscheinend mit dem Ergebnis vom Gentest.
Das Ergebnis lautet, dass ich KEINE Genmutation habe und das bedeutet, dass der Krebs nicht vererbt wurde! …zumindest nicht in den bisher bekannten Genen BRCA1 und BRCA2… Yeah! Die Wahrscheinlichkeit war sowieso sehr gering, da nur ein minimaler Prozentsatz diese Genmutation hat, aber es hat mich doch unbewusst beschäftigt. Ich bin so erleichtert, dass mir fast ne Erleichterungsträne aus dem Auge geschossen wäre…aber nur fast 🙂
Denn an dem Ergebnis hängt ja einiges dran. Es erspart mir eine Entfernung der Eierstöcke…um die Dinger wäre es nicht schade, aber eine OP muss man ja nicht unbedingt haben…und es bedeutet nicht gleich ein extrem hohes Risiko eines Rezidivs! Ich kann das Risiko eines Rückfalls also selbst in die Hand nehmen und durch Sport, Ernährung, sowie Vermeidung von Stress und Hormonen so gering wie möglich halten. Es bedeutet noch ein ganzes Stück Arbeit, aber ich weiß wofür ich es mache und das alleine zählt.

Das Ergebnis war auf jeden Fall DIE ERLEICHTERUNG schlecht hin.

Eine weitere hatte ich gestern Morgen…auf der Waage natürlich! 😉
Obwohl ich wirklich das Gefühl habe, hier ständig zu essen, nehme ich wie gewünscht ab. Sicher, ich habe auch viel Bewegung auf dem Programm, gehe zusätzlich Joggen und nutze die freiwilligen Angebote, aber trotzdem hätte ich nicht damit gerechnet. Nächste Woche werde ich mich bewusst nicht auf die Waage stellen (das Stress-Seminar wirkt schon 😉 ) und bin dann gespannt, was am Ende der Reha runter ist.

Übrigens lerne ich tatsächlich mich zu entspannen. Autogenes Training finde ich gar nicht schlecht und auch ohne Fernseher ist es echt angenehm (man kann sich natürlich auch TV leihen, wenn man möchte). Ich fange wieder an zu lesen und lasse mich nicht von Geräuschen stressen. Das Stress-Seminar trägt zur Entspannung bei, denn obwohl ich mich in den „negativen Beispielen“ wiederfinde, mache ich schon einiges richtig um Stress entweder zu vermeiden oder zu bewältigen. Und wie eben schon erwähnt ist das ein wichtiger Teil um gesund und Leistungsfähig zu bleiben (welche ich allerdings erst einmal wieder herstellen muss…ach nein…MÖCHTE 🙂 )

Bezgl. der Leistungsfähigkeit bin ich auf einem guten Weg. Ich akzeptiere langsam, dass es auch nur LANGSAM voran geht und dass der Kopf mehr will als der Körper zur Zeit kann. Aber das wird wieder besser werden und genau das muss ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Gar nicht einfach, wenn ich es aufs Joggen beziehe… wenn ich im gesunden Pulsbereich trainiere, bin ich 3 Minuten auf den km langsamer als vor dem Krebskram…aber es wird. Der Lernprozess läuft 😉

Auch nach über einer Woche kann ich nur sagen, dass man es hier gut aushalten kann und ich bin gespannt auf meinen Behandlungsplan für nächste Woche. Dem bekomme ich morgen…aber viel wichtiger: Mao besucht mich morgen!

*freu*

 

 

 

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Eine Reha ist harte Arbeit…

genau das waren die Worte der Klinikleitung bei dem Einführungsvortrag.
Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass man sich in den „Leerlaufzeiten“ hier ganz gut selbst beschäftigen kann, wenn man denn will. Bedingt durch den Feiertag und das Wochenende, hätte ich theoretisch seit Mittwoch Nachmittag nichts „offizielles“ auf dem Zettel gehabt (abgesehen von einem EKG, einer kurzen Blutabnahme und dem Vortrag)…aber nicht mit mir…seit Donnerstag war ich zweimal Joggen, zweimal Schwimmen, Badminton spielen, bin ca. 20km Spazieren gegangen, war einmal zum QiGong und zweimal in der Sauna…und nun habe ich Muskelkater und lasse das Joggen heute lieber weg 😁.

Die „Mithäftlinge“ hier sind soweit ganz nett…bis auf zwei Leute…“Hamster“ und „Brauni“…und genau mit denen hänge ich hier ab ;-). Irgendwie passen wir wie Arsch auf Eimer und haben hier gut was zu lachen. Direkt am Mittwoch habe ich mich den beiden aufgedrängt, die sich auch erst bei der Anreise kennengelernt haben. So haben sie bis auf das Joggen also ähnlich viele Aktivitäten hinter sich gebracht und auch der Muskelkater ist ähnlich 🙂

Tharpieplanbedingt werden die Aktivitäten nun natürlich unterschiedlich sein.
Die Pläne hatten wir am Donnerstagabend in unseren Postfächern…schon nicht schlecht…aber für heute sieht es etwas dünn bei mir aus:

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Es gibt ja zum Glück noch freiwillige Aktivitäten 😉. Man muss nur schnell sein, denn die Plätze sind begrenzt. Sobald die Listen aushängen kann man sich mit seinen eigenen Strichcodes für die Angebote „einkleben“.
Seit vorgestern hing an dem „Activity-Board“ schon die Info, welche Kurse heute angeboten werden. So bin ich seit heute morgen regelmäßig dort vorbeigelaufen, damit ich es ja nicht verpasse. Nachdem ich schon ca. 6 Mal da war habe ich dann zufällig mitbekommen, dass die Listen immer erst um 10:15 Uhr aufgehängt werden…witzig…aber es hat geklappt. Also habe ich mir für heute BBP (wir Frauen wissen ja, was das heißt) und Zirkeltraining quasi selbst verordnet.
Und danach ist vielleicht noch eine Runde Schwimmen und Sauna drin 🙂

Die Visite heute Morgen war kurz und schmerzlos. Hätte ich gewusst, dass es so schnell geht, hätte ich mich a) nicht um 7:15 Uhr zum Frühstück gequält (wobei es an Hunger nicht mangelte) und b) hätte ich mich nicht so wahnsinnig beeilen müssen. Aber ok…das Mittagessen um 12:45 Uhr kann ich dann ganz in Ruhe zu mir nehmen…wieso dauert das eigentlich noch so lang…mein Magen knurrt schon wieder…habe hier ständig Hunger….

Nicht ganz so toll aber nicht weiter dramatisch war das Ergebnis meines Leuko-Werts. Der Wert meiner weißen Blutkörperchen liegt noch etwas unter dem Normalbereich, was durchaus noch von der Chemo und Bestrahlung kommt.

Positiv bei der Visite: Die Wiedereingliederung wird von hier aus in die Wege geleitet und kann sogar nur 4 Wochen dauern. Bisher hatte ich was von 6 Wochen gehört. Ich werde also voraussichtlich Mitte Juni wieder mit dem Job starten und wenn alles klappt bin ich schon Mitte Juli wieder Vollzeit beschäftigt.

…ich schleiche mich dann mal langsam ein Stückchen näher Richtung Speisesaal…

…mittlerweile habe ich gegessen und auch BBP liegt hinter mir…warum?

WEIL ich nicht ins WLAN gekommen bin!! *motz* 🙂

 

 

 

 

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