ein wenig down…

…es tut mir fast leid, dass ich diesen Beitrag schreibe, aber wenn ich etwas loswerden muss, dann doch hier.

Irgendwie kam ganz viel zusammen…meine männlichen Blogleser können an dieser Stelle noch aussteigen, um den „Mädchenkram“ nicht lesen zu müssen…

Es fing vorgestern damit an, dass ich trotz der Antihormontherapie meine Tage bekommen habe (spätestens jetzt sind wir Mädels wohl unter uns).

Mein erster Gedanke: Scheiße, die Antihormone wirken nicht! Habe aber direkt gestern Morgen die Ärztin gefragt und es ist durchaus möglich und nicht unnormal, trotz Antihormontherapie zu bluten (also jetzt spätestens). Man kann übrigens nicht feststellen ob die Antihormone wirken, geht aber aufgrund diverser Studien und positiven Ergebnissen ersteinmal davon aus.

Gestern Mittag gab es dann den allgemeinen Vortrag über Brustkrebs. Das meiste habe ich schon gehört (abgesehen von den Titanclips) aber es war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl noch einmal alles erklärt zu bekommen, noch einmal vor Augen zu haben, was genau da passiert ist. Wobei ich sagen muss, dass die (junge) Oberärztin hier echt super ist. Absolut menschlich, sympathisch und fachlich top! Aber dennoch hat der Vortrag einen faden Beigeschmack bei mir hinterlassen.

Zum Abend hin habe ich meine bekannten aber lange nicht mehr dagewesenen Unterlaibschmerzen bekommen…hatte ich früher schon extrem, dann mit der Hormonspirale etliche Jahre nicht mehr und nun mit der Kupferspirale wieder…die Schmerzen sind so stark, dass sogar meine Füße taub werden.
Also gestern Abend eine Schmerztablette eingenommen und nicht mehr Badminton gespielt (Gehirn hat also noch funktioniert)…

Und dann gab es heute Nachmittag eine Medikamentenschulung. Auch dort gab es nicht viel Neues zum Tamoxifen, welches ich mindestens 5 Jahre einnehmen werde, aber dennoch hat es mir auch nochmal vor Augen geführt, was da im Körper so alles passiert.

Und dann wurde noch am Rande erwähnt, dass Sojaprodukte nicht unbedingt gut sind…das Thema habe ich nach dem Vortrag bei der Ärztin nochmal angesprochen. Denn, ihr erinnert Euch, stelle ich meine Ernährung nach und nach auf Vegan um…das fand sie auch gut, würde aber von einem Soja-Verzehr mehr als zweimal pro Woche abraten…ich hatte ja nun vor einigen Wochen gelesen, dass Soja sogar dazu beitragen würde, dass Brustkrebsrisiko zu senken…stimmt auch…aber nicht bei Frauen, die schon an Brustkrebs erkrankt sind! Soja enthält sogenannte Phytoöstrogene und eine vermehrte Zufuhr von Sojaprodukten kann die Menge der Östrogene erhöhen und damit hat das Antihormon Tamoxifen u. U. ein Problem mit dem Blocken der Östrogene…und somit erhöht sich das Rückfallrisiko wieder…

Das klingt irgendwie nicht nach „viel“ und wahrscheinlich liegt es hauptsächlich daran, dass ich seit Jahren mal wieder meine Tage habe, aber ich war genervt und frustriert. Ich musste mich abreagieren und bin auf mein Zimmer gegangen um mich für die Muckibude umzuziehen…und kaum war ich im Zimmer liefen mir die Tränen…bestimmt hat sich die blöde Gentest-Erleichterungsträne gerächt und direkt ihre Brüder mitgebracht…dieses „ich-hab-meine-Tage-und-bin-nah-am-Wasser-gebaut-Mädchen-Ding“ kenne ich sonst nicht…so habe ich mir also geduldig 3 Minuten zum durchatmen gegeben, während ich mich gefragt habe, was zum Teufel das Geheule soll und bin dann mit dem iPod in die Muckibude.

Das tat gut und danach war ich wiederhergestellt.
Beim Abendessen wurde ich von einigen gefragt, ob es mir wieder besser geht und ich mich abreagiert hätte… Logo! Ich werde doch nicht zum Mädchen!

…oder wie Brauni es vorhin formuliert hat: Iron(wo)man wird nicht weich!

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Eine Antwort zu ein wenig down…

  1. Simone schreibt:

    Ach, dass kann ich gut nachvollziehen!
    Eigentlich bin ich auch ne coole Sau, aber seit dem Chemo und Bestrahlungszirkus seltsam nah
    am Wasser gebaut. Ich hab das mal als Nebenwirkung abgehakt. Dazu kommt das mit dem Rückfallrisiko. Ich müsste gefühlte 200 kg abspecken, mein Auto verkaufen, meinen Job an den Nagel hängen, das Kind täglich 22 Stunden in die Kita geben…
    Und manchmal bin ich sogar bereit das alles zu machen. Und dann wieder doch nicht.

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