2 Jahre nach der OP…

…wow…zwei Jahre ist es schon her…

Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle ein Bild von einer hinter mich gebrachten Krassfit-Challenge posten, so nach dem Motto: „2 Jahre nach der OP bin ich krass fit!“ 🙂
Leider hat mir meine Achillessehne einen Strich durch die Rechnung gemacht und so saß ich das Wochenende auf der Couch und ärgere mich mal wieder über meinen Körper.
Aber den Beitrag inkl. Finisher-Foto (hoffe ich zumindest) wird im nächsten Jahr nachgereicht! Immerhin habe ich bis dahin Zeit, wirklich krass fit zu werden 😉

Ich würde gern schreiben, dass alles mittlerweile wieder voll normal ist und so wie vor der Erkrankung. Aber als wenn mein Körper mich daran erinnern möchte, dass eben nicht alles wieder so ist wie vorher, habe ich seit einigen Tagen… ich möchte schon fast Wochen sagen… immer mal wieder recht starke Knochenschmerzen und bin teilweise von einer Sekunde auf die nächste totmüde oder ich habe kurze, leichte Schwindelanfälle. An trockene Schleimhäute und einen überempfindlichen Körper, der recht schnell k.o. ist, habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt.

Alles nicht tragisch, aber eben totaler Nervkram, wenn dann auch noch die Achillessehne meint, sie muss mich am Laufen und damit an der Teilnahme von Laufevents hindern…

Und ich weiß natürlich, dass ich selbst mit diesen Nebenwirkungen nichts zu meckern habe, da es weitaus schlimmere Nebenwirkungen gibt, aber mir ist grad danach…*motz*

Ansonsten ist soweit alles im Lot. Anfang Oktober steht die nächste Mammographie an und danach werde ich die nächste Reha für 2016 beantragen.

Ich lege heute also die Füße hoch und werde den restlichen Sonntag mit Häkelkram auf der Couch verbringen… Bei dem Satz muss ich grad lachen, denn gerade gestern hat mir mein Bruder ein Foto von meinem 81jährigen Opa geschickt, der sich eine Playstation 3 gekauft hat und am Autorennen zocken war… und ich sitze auf der Couch und häkel…verdrehte Welt 😀

Schönen Sonntag!

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Ein Lebenszeichen…

…mit Schrecken habe ich eben gesehen, dass mein letzter Beitrag im April war! April! Wo ist nur die Zeit geblieben. Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich einiges um die Ohren hatte….nein natürlich kein Stress….(ich lasse mich doch nicht stressen….*räusper*).

Es hat sich prviat einiges verändert (neue Beziehung, neues Haus) und ich hatte tatsächlich bisher kaum Zeit mich mal zurückzulehnen und mich um wichtige Dinge wie meine Blogs zu kümmern. Aber nun kehrt langsam wieder etwas Ruhe ein und ich hoffe, mein Hirn merkt es demnächst auch mal.

Neben dem Vollzeitjob umziehen, sich neu einrichten, das Herzkissenprojekt managen, Sport unterbringen und auf die Ernährung achten…klingt doch nicht stressig, oder?…
Ja, ich muss dringend etwas für meine Entspannung tun. Yoga habe ich gefühlt schon Jahrzehnte nicht mehr gemacht und auch das autogene Training hat seit der Reha nicht wirklich stattgefunden…wie schnell der Alltag einen doch immer wieder im Griff hat.

Aber im Großen und Ganzen ist alles ok. Ich merke nach wie vor, dass meine Konzentrationsfähigkeit noch nicht wieder dieselbe ist wie vor der Chemo…Meetings mit über 60 Minuten Länge fordern meine volle Konzentration und danach könnte ich schlafen. Mal sehen, ob das irgendwann noch mal besser wird.

Seit letzter Woche mache ich nun auch wieder Sport (immerhin 5x in der letzten Woche).
Und sowohl der Sport als auch der Stress der letzten Wochen hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich gut Schlafen konnte. Da soll mal einer sagen, Stress ist schlecht 😀 ….ja, ok…ist er… ich sehe es ein.

Ab nächsten Monat geht der Nachsorge-Marathon wieder los und ich werde versuchen, mich wieder regelmäßiger zu Wort zu melden….und ein aktuelles Foto muss ich wohl auch mal hochladen…meine Haare sind wieder etwas dunkler geworden.

Euch eine schöne Woche!

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…viele Menschen um mich herum…dann bin ich allein in einer kleinen Kammer und soll all meine Wertsachen ablegen…plötzlich bin ich fast nackt (bis auf Socken und U-Hose)…ich liege auf dem Bauch, die Brüste durch Löcher gesteckt und zusammengequetscht (nicht doll)…meine Arme werden mir seitlich am Körper festgebunden und aus meinem rechten Arm hängt ein Schlauch…ich höre Geräusche nur noch ganz dumpf…ich habe einen Gummiball in der rechten Hand…dann wird es eng um mich herum….und laut…klopfgeräusche…dröhnen..surren…rattern… nach ca. 10 Minuten wird es kalt im rechten Arm…nach weiteren 10 Minuten werde ich befreit….

Und nachher hole ich mir die MRT-Bilder ab!
Zum Glück leide ich nicht unter Platzangst und musste die Notfallklingel in der Hand nicht betätigen. Ich konnte mich in der Röhre ganz gut entspannen (obwohl die Geräusche trotz Kopfhörer echt noch gut laut waren). Für alle, die noch nie ein MRT haben machen lassen müssen: Es ist nicht dunkel in der Röhre! Einfach Augen zu machen und sich an einen anderen Ort denken, dann hält man die 20 Minuten ganz gut durch (Bei mir war es ein Strand mit einer fiesen Baustelle nebenan 😉 )

Natürlich habe ich unter Einsatz meines Smartphonelebens (MRT und Handys vertragen sich im allgemeinen nicht so gut) ein Foto für Euch gemacht :

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Mit dem MRT habe ich dann alle bildgebenden Maßnahmen in jüngster Zeit hinter mich gebracht und kann die Nachsorge/Vorsorge wieder für ein halbes Jahr abhaken. Zumindest, was die Brüste angeht. In zwei Wochen steht die halbjährliche Kontrolle der Augen an, falls Tamoxifen dort etwas anrichtet.

Und noch kurz zum allgemeinen Wohlbefinden. Ich musste leider 3 Wochen lang mit Sport pausieren, weil ich eine fiese Erkältung hatte und unter der Einnahme von Antibiotika soll man ja bekanntlich kein Sport machen. Zum Wochenende werde ich also wieder starten mit meinem Sportprogramm.

Dann eine merkwürdige Sache. Seit einigen Tagen (ich habe echt keine Ahnung, seit wie vielen) habe ich eine Art „Berührungsschmerz“ im linken (wo auch sonst) Oberarm. Es ist nichts dick oder rot oder sonst irgenwie ersichtlich. Es tut aber weh, wenn ich den Arm in einem bestimmten Winkel halte oder den Arm berühre…selbst beim T-Shirt anziehen tut es weh, wenn der Stoff den Arm berührt…sehr merkwürdig…ich warte nun noch ein paar Tage bevor ich damit zum Arzt renne…zu welchem auch immer…

Irgendwas ist ja immer…aber: Nützt ja nix! 😉

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Das war´s…

…nun sind die 4 Wochen vorbei…

und ich kann sagen, dass ich hier eine gute Zeit hatte.
Ich durfte eine Menge netter Leute kennenlernen zu denen der Kontakt hoffentlich bestehen bleibt. Aber in heutigen Zeiten sind ja WhatsApp-Gruppen schnell erstellt 🙂

Vielen Dank an dieser Stelle an Tisch 26 & 27 für die top-Gesellschaft, das gegenseitige motivieren im Fitnessraum, die konstruktiven und interessanten Gespräche und für die zahlreichen Rommé-Runden, die ich immer wieder gern verloren habe 🙂

Jedem der gerne wandert und sich in den Bergen wohl fühlt, kann ich diese Klinik nur empfehlen. Ich habe auch einige Dinge zu bemängeln, allerdings werden die auch in nächster Zeit behoben, weshalb es nicht so richtig sinnvoll ist Euch hier die quasi jetzt schon veralteten Infos darzulegen. Nur soviel: Kraftraum ist veraltet & anstregende Kurse direkt nach dem Mittagessen. Damit kann doch jeder was anfangen …und hier fehlt das Meer 😉

Im Großen und Ganzen war es hier absolut ok. Das Essen ist ok, die Therapeuten sind super, die Anwendungen zahlreich, die Zimmer sauber, der Ausblick pure Natur.

4 Wochen harte Arbeit…jede irgendwie kcal-verbrennende Aktion habe ich mitgemessen und aufgeschrieben. So komme ich in den 4 Wochen auf 52 sportliche Aktivitäten (wo ich Anwendungen wie Pilates, Taiji, Schulter-Arm-Fitness, Atemtraining und autogenes Training nicht dazu zähle) und verbrannte 16.892 kcal! Das kann sich doch sehen lassen.

Und mit diesen Zahlen im Hinterkopf springe ich also heute früh auf die Waage…Abschlusswiegen…und frage mich, ob ich das eine abgenommene Kilo in den 4 Wochen nicht auch mit 2 sportlichen Aktivitäten gehabt hätte 😉

Ich höre Euch quasi im Chor: „Das sind Muskeln!“…ja nee, is klar…aber hoffen tue ich es trotzdem. Werde mich am Freitag zu Hause auf meine mir (fast) alles sagende Waage schwingen und hoffen, dass der Körperfettanteil ordentlich gesunken ist.

Ich wurde übrigens von einem der Therapeuten mit folgenden Worten verabschiedet: „Frau Gerusch…wenn Sie weg sind, können wir erstmal neue Geräte kaufen…alle abgenutzt…Gut gemacht!“ 😉

Morgen früh werde ich mich hier im Schwarzwald ein letztes Mal in die Laufschuhe begeben und eine kleine Abschlussrunde laufen…inkl. dem zu bezwingenden Berg…als ich vorhin noch schnell ein paar Likörchen gekauft habe, bin ich bei dem BergaufGEHEN schon wieder fast an Herzkasper gestorben…aber ich werde es trotzdem probieren.

Ein absolutes Erfolgserlebnis konnte ich beim Ausdauertraining verzeichnen.
Als ich hier angekommen bin und meine erste Einheit auf dem Laufband absolviert habe (bei vermeintlich langsamen 7,5 km/h), habe ich einen durchschnittlichen Puls von 158 gehabt…mit dem sehr schnell zu hohen Puls habe ich ja eh seit den Behandlungen durch Chemo und Bestrahlung zu kämpfen. Aber kaum macht man wieder regelmäßig Sport (täglich mehrere Stunden): Tada! Mein Puls liegt nun bei gleicher „Geschwindigkeit“ bei 138! Wenn schon kein sichtbarer Erfolg auf der Waage, dann halt den „Puls-Erfolg“ 😀

Meine Schlafstörungen sind nach wie vor da und auch nicht besser geworden…immerhin auch nicht schlechter (wie auch)…
Hitzewallungen hielten sich in Grenzen, was mit der täglichen Bewegung zu tun haben kann.
Die Knochenschmerzen hatte ich so gut wie gar nicht! Auch das hängt wohl mit dem Sport zusammen. Ich werde meine Antihormone also weiterhin Morgens nehmen und beobachten, ob ich damit im Alltag klarkomme. Sollten die Hitzewallungen/Schweißausbrüche doch wieder über den Tag verteilt öfter kommen, stelle ich die Einnahme vom Tamoxifen wieder auf Abends um.

So, dann werde ich mal meine Reisetasche soweit vollstopfen wie es geht und morgen früh ist dann Abfahrt! Meine Koffer sind schon seit heute wieder in HH, denn sonst hätte ich meine Klamotten wohl erst nach Ostern bekommen.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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mehr davon…

Nun bin ich schon 10 Tage hier (den Anreisetag mitgezählt) und auch ganz schön platt…platt ist hier aber tatsächlich nur meine Muskulatur…mein lieber Herr Gesangsverein.

Ich habe es ja schon letztes Jahr während der AHB geschrieben. Eine Reha ist kein Urlaub, sondern harte Arbeit. Und wenn man sich neben dem eigentlichem Therapieplan (der bei mir im Schnitt ca. 36 Termine in einer Woche beinhaltet) auch noch im Fitnessraum kaputtrockt, weiß man was man getan hat…

…und die Waage auch 😀
Bevor ich das Ergebnis verkünde, hier ein paar Dinge, die zu meinem Waagen-Erfolg geführt haben (welch Wortspiel 😉 )
Zum Frühstück habe ich einen Tip von der Ernährungsberatung bekommen: Zwei Esslöffel Haferflocken, ein Teelöffel Leinsamen, darauf ein wenig O-Saft damit die trockenen Haferflocken ein wenig pampig werden und diese dann mit Obstsalat mischen. Dazu eine Scheibe Brot mit Marmelade oder Pastete (natürlich mindestens vegetarisch). Eine vegane Ernährung kann ich hier größtenteils knicken, was aber ok ist. Sowohl zum Frühstück als auch zum Abendbrot geht es, beim Mittagessen halte ich mich meistens an die Fleischlose Kost, außer die hat eine exorbitanten Anteil an höheren kcal als die normale oder leichte Kost. Dann weiche ich darauf aus. Das Dessert zum Mittag habe ich direkt abbestellt (nochmal ca. 100 – 150kcal eingespart). Abends gab es dann letzte Woche Salat (der ohne fettem Dressing oder in fetter Sahnesoße) und ca. 2 Scheiben Brot.

Dazu viel Trinken, sich brav an den Therapieplan halten und ein paar Extra-Einheiten auf dem Laufband, falls man die Steigungen hier draußen nicht bewältigt bekommt…meine Güte…ich bin 2x 4km früh Morgens gelaufen…und die Steigung hier zur Klinik hoch ist der Hammer…Puls auf 180…im GEHEN!…Daran wird gearbeitet. Einmal will ich die Steigung hochlaufen… und auch lebend oben ankommen 😉

Gestern bin ich dann also vor dem Frühstück in Sportklamotte zur Waage gewatschelt…mit dabei…meine Jeans…in der Hand…ich will mich ja nicht selbst beschubsen und so musste die Jeans, in der ich am Anreisetag gewogen wurde natürlich mit auf die Waage (sehr zur Belustigung der Stationsschwester) 🙂

Ergebnis: -2,2kg!!! YES…Geht doch! Damit habe ich zumindest für den Moment den Beweis, dass ich unter Tamoxifen abnehmen kann 🙂 …mehr davon!…also weniger!…also ihr wisst schon! 😉

Und was macht man nach so einem Ergebnis? Richtig! Man springt ne Stunde auf´s Laufband, geht dann erst lt. Plan 2,4km mit der Gruppe NordicWalken, danach dann noch privat in kleinerer Runde 6,3km NordicWalken um sich dann einen Milchkaffee und ein begehbares Stück Kuchen zu gönnen *breitestes-Grinsen-was-ich-zustande-bringe*.

Die nächste Woche werde ich versuchen Abends auf die Kohlenhydrate zu verzichten (sofern ich nicht einen Lauf an dem darauf folgenden Morgen plane), damit der nächste Gang auf die Waage auch ein Erfolgserlebnis wird…huch…wo kommt die RitterSport her?…naja..immerhin „Sport“ im Namen, da kann ja nix schief gehen 😉

Am Mittwoch hatte ich die Chefarztvisite…der erste Satz von ihm: „Frau Gerusch, sie müssen mir jetzt erstmal erzählen, wie sie es zu uns geschafft haben!“…meine Antwort:“Mit der Bahn!“…kurze Stille…grinsen…man muss dazu sagen, dass es anscheinend nicht so einfach ist, aus dem hohen Norden hier in die Klinik geschickt zu werden. Aber anscheinend hatte ich Glück.
Wir haben den Therapieplan besprochen, die ein oder andere Veränderung vorgenommen und ich habe um eine Verlängerung gebeten.
Diese wurde dann auch beantragt (läuft bei mir auch mal wieder etwas anders, denn normalerweise kann es einfach vom Arzt eingetragen werden) und ich habe auf das Ergebnis gewartet. Irgendjemand erzählte, dass die Verlängerung bei einer Reha oftmals nicht genehmigt wird, wenn man bei der ersten Reha/AHB die Verlängerung abgelehnt hat…nun gucke ich gestern auf meinen neuen Therapieplan für die kommende Woche und habe durch Zufall gesehen, dass der Abreisetag auf den 2.4. gesetzt wurde. Meine Verlängerung ist damit durch und ich freue mich auf eine weitere trainingsreiche Woche.

Die Füchse unter Euch haben bemerkt, dass ich NordicWalking im Beitrag erwähnt habe…ja…ich muss tatsächlich zugeben, dass es gar nicht mal so blöd ist…vor allem für das Winkfleisch, was ordentlich beansprucht wird, wenn man es denn richtig macht.
Und bei den Steigungen, die wir hier so haben, macht es durchaus Sinn zwei der Wanderstöcke dabei zu haben 😉

Ansonsten kann ich mich nicht beklagen. Es gibt natürlich auch einiges an Vorträgen bzw. Gesprächsgruppen. Ich denke ja immer, dass ich sowas nicht brauche…aber wenn ich dann erstmal in so einer Gruppe sitze finde ich es gar nicht so schlecht sich mal wieder etwas auszutauschen oder sich mal wieder bei bestimmten Themen mit der Krankheit auseinander zu setzen. Man bekommt einige Denkanstöße um über sich nachzudenken…davon lenkt man sich ja gern mal ab. Insofern bin ich gespannt auf…haltet Euch fest…meine Kunsttherapie und ein psychologisches Einzelgespräch…äh…ja nee is klar…WIESO steht das in meinem Plan???!!! Aber ok…ich bin offen für alles und wenn mir was nicht passt, kann ich es im Plan immernoch streichen lassen.

So, ich denke, dass reicht vorerst als Zwischenbericht…ich bin ja noch etwas hier…es gibt also noch mehr davon 😉

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Die 2. Reha…

…oder ist es offiziell die erste, weil sich meine eigentliche erste „AHB“ nannte?…ich weiß es nicht…auf jeden Fall habe ich gestern meine Reha angetreten und bin um kurz nach sechs in HH in den Zug Richtung Schwarzwald gestiegen.

Die Winkelwaldklinik in Nordrach wurde mir ja doch noch bewilligt und ich muss sagen, dass die Landschaft echt schön ist. Als Hamburger Deern trennt man sich ja nicht so gern vom Wasser, aber Berge haben auch was. Hier der Blick vom Haupteingang aus:

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Am ersten Tag passiert nicht ganz so viel, da man erstmal begrüßt wird, seinen Termin für das Aufnahmegespräch bekommt (welcher am gleichen Tag stattfindet), sein Zimmer gezeigt bekommt und sich mit den Regeln und Abläufen vertraut macht.

 

 

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich hier EIN WENIG Sport machen will und so freue ich mich direkt als erstes über ein Zimmer im 4.OG mit herrlicher Aussicht und eigener Loggia:

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So lässt es sich aushalten 😊

Vor dem Aufnahmegespräch hatte ich noch kurz Wiegen, Messen, Blutdruck und EKG. Und die Schwester hat mich vorgewarnt, dass ich Probleme mit dem Dialekt bekommen könnte und dann einfach nachfragen soll…mal sehen, wann ich Fragezeichen im Gesicht habe… Es sind übrigens nur selten Norddeutsche hier in der Klinik untergebracht…die wollen wohl alle eher als Meer 😉

Mein Aufnahmegespräch war gut, der Arzt kam mir zuerst ein wenig wortkarg vor, aber nach ein paar blöden Sprüchen meinerseits ging es dann…und dann ist der Computer abgestürzt…und es müsste alles handschriftlich vom Doc festgehalten werden. Ich habe ihn gefragt, ob er nicht noch irgendwo eine Steintafel hat…😉

Hier werden die Sporteinheiten direkt mit in den Therapiepläne aufgenommen und sind nicht freiwillig „dazubuchbar“ wie auf Föhr. Bin gespannt, wie voll mein Plan dadurch wird. Neben dem Plan kann man noch das Schwimmbad und den Kraftraum nutzen und sich zu kreativen Wir-basteln-uns-Filzpantoffel-Workshops anmelden.
Der Doc hat also dann mal schnell vorgelesen, was er so für mich in dem Plan sieht…neben einem Schlafstörungsseminar, StepAerobic, Aquajoggen, Frühsport, Pilates und noch einigen anderen Dingen, zählte er dann…ich mag es kaum aussprechen…N…NORDIC WALKING!!… aus…ääähhhhh. Meine Frage, die ungefähr lautete: „WAS? Gibt es kein Joggen?!“ beantwortete er mit einem lässigen: „das können sie selbst machen…soll ich NW streichen?“…nein…sollte er nicht… Ich gucke es mir an…

Wir hätten dann noch einen ist-das-evtl.-ne-Nebenwirkung-von-Tamoxifen-Austausch.
Die Zeit, die ich hier bin, werde ich Tam nun wieder morgens nehmen um den Schlafstörungen auf den Grund zu gehen. Was mich nicht so erfreut hat war die Aussage, dass Tam den Muskelaufbau negativ beeinflussen kann…sowas will ich nicht hören…naja, eigentlich doch… habe ich doch damit einen Grund, wenn ich nach wochenlangem Training keine Besserung feststelle…(dazu müsste ich nun allerdings erstmal wochenlang trainieren)…und auch meine zeitweiligen Konzentrationsschwächen können von den Antihormonen kommen…können, hätte, würde, hätte, hätte, Fahrradkette…

Also schau’n wir mal, was sich in den nächsten Wochen so bewegt…sowohl im Hirn, als auch bei den Muskeln und am wichtigsten natürlich: auf der Waage 😁

Über Facebook hatte ich schon kurz Kontakt zu einer Mitstreiterin, die das 2. Mal in dieser Klinik ist und so profitieren wir anderen von ihrem Insiderwissen 😁

Zum Wochenende werde ich mich einer Wandergruppe anschließen um das Gebiet zu erkunden, damit ich dann im Nachgang bei meinen Läufen nicht verloren gehe…hier haben sich wohl schon einige im Wald verirrt…

Ich werde berichten 😄

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noch 3 Wochen…

…dann geht es in den Schwarzwald zur 2. Reha…sofern ich durch die noch auszufüllenden Formulare steige…Hier ne Bescheinigung, da was schnell zurückschicken, hier mal schnell ne Info zur Rehaklinik faxen, da mal eben ein Formular ausfüllen…??? Anruf bei der Rentenversicherung folgt…

Aber abgesehen davon: Ich glaube, es ist auch genau der richtige Zeitpunkt um mich mal wieder nur um mich zu kümmern. So gut ich auch klarkomme, merke ich doch immer wieder zwischendurch, dass alles anders ist als vorher…egal ob nun besser oder schlechter.
Zu „schlechter“ gehören Dinge wie Konzentration oder Leistungsfähigkeit.
Zu „besser“ gehören Dinge wie Lebenseinstellung (Der Satz „Man lebt nur einmal“ hat plötzlich eine ganz andere Bedeutung für mich) und Gelassenheit.
Es hat sich was verändert. Und obwohl ich versuche, dieses kleine mistige Schalentier einfach als einen Abschnitt meines Lebens zu betrachten, holt es mich doch immer mal wieder ein (da hilft irgendwie auch kein „schnelles“ Laufen.. 😉 ).

Es ist jedesmal ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich an der Strahlenpraxis vorbeifahre, wenn ich Herzkissen in „meinem“ Krankenhaus abliefere und dabei an dem Chemozimmer vorbeigehe oder auch einfach nur Abends meine Antihormone nehme.

Und ich glaube, meine paar „lächerlichen“ Nebenwirkungen, die ich sonst geflissentlich ignoriere haben sich abgesprochen und wollen bemerkt werden.
Ich kann mich wirklich nicht beklagen, wenn ich so höre und lese was andere Mädels an Nebenwirkungen mit sich herumschleppen, aber so ein kleines bißchen muss ich doch mal motzen. Nach´m Sport sind meine Fingerkuppen und Zehen für ein paar Stunden taub, meine Schlafstörungen sind nicht besser geworden und diese Knochenschwere bzw. teilweise Knochenschmerzen sind echt nervig.
Normalerweise habe ich sie nur Abends. Ich merke es vor allem in den Armen und Beinen. Wenn ich faul auf der Couch liege (seitliche Fläzposition), die Beine also aufeinander, fühlt es sich so an als wenn das obere Knie durch das untere in den Boden gepresst wird. Bei den Armen merke ich es vor allem am seitlichen Oberarm. Da fühlt es sich so an als wenn sich jemand mit bloßer Hand durch die Haut gräbt, den Oberarmknochen umfässt und herausreissen will….da das schon jeder von uns erlebt hat, wisst ihr wovon ich rede 😉 Vorgestern habe ich meine Antihormone erst spät in der Nacht genommen (fast vergessen) und hatte die Knochenschmerzen dann im Büro…nicht witzig…ich hoffe, das war ein Einzelfall. Es reicht, wenn ich es Abends habe.

Hinzu kommt nun noch eine Erkältung die mich kein Sport machen lässt 😦
Ich glaube, dass ist der eigentliche Grund für meine „Jammerstimmung“ gerade…
und vielleicht auch die wöchentlichen Ergebnisse auf der Waage…nein, ich kann noch immer nicht sagen, dass es an den Antihormonen liegt, denn dafür führe ich mir schlichtweg zuviele kcal zu als ich abtrainiere…

Werde aber vernünftig sein, keinen Sport machen, viel Essen, mich wöchentlich auf der Waage ärgern und hoffen, dass ich pünktlich zur Reha topfit sein werde um meine „Ach-Scheiß-Drauf-Fressanfälle“ wieder abzutrainieren.

Ab nächster Woche startet dann auch mal wieder mein Nachsorge=Vorsorge-Ärztemarathon…ich freu mich…

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