2014!

Was ist das Jahr gerast… wie jedes Jahr…und jedes Jahr denkt man, dass es besonders schnell vorüber ging…

Und wenn ich dann daran denke, dass ich seit dem 19. August krankgeschrieben bin…krass…die Zeit rennt tatsächlich…

Gute Vorsätze für das Neue Jahr? NÖ!

Vorsätze habe ich selten, aber dafür Pläne:

– meinen Geburtstag Ende Januar feiern (das Ende der Chemo wird direkt mitgefeiert)
– ab Februar wieder mit dem Sport starten
– vor Start der Bestrahlung ein paar Tage im Harz erholen
– ab ca. Mai wieder arbeiten
– im Juni am Women’s Run teilnehmen (leider, vernünftigerweise nur die 5km, statt sonst 8km)
– vielleicht bekommen wir dann einen schönen Sommerurlaub hin
– im Oktober sollte ich dann wieder „Lauf-fit“ sein, um den Köhlbrandbrückenlauf über 12km in einer akzeptablen Zeit zu schaffen

Nebenbei noch die 6kg wieder abtrainieren, die dank Muskelfaserriss, Cortison, Bewegungsmangel und einer Menge leckerer Fressalien wieder am Körper kleben!

In diesem Sinne:
01.01.2014

Veröffentlicht unter Fragen&Feststellungen, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ohne Magendruck…

da atmet man richtig auf. Heute ist der erste Tag ohne Magendruck. Das genieße ich nun drei Tage, bis die nächste Ladung kommt… die ich natürlich viel besser vertragen werde!

…und da es ja ohne irgendein wehwehchen zu langweilig wäre, habe ich seit drei Tagen leichte Probleme mit meinen Augen, was wohl auf eine leichte Bindehautentzündung hinausläuft. Immerhin: So wie ich an den letzten drei Tagen morgens in den Augen gewühlt habe, kann ich mir sicher sein, dass die restlich verbleibenden Wimpern fest sind 😉

Das erste was man sich bei Krankheiten fragt ist doch meistens: „Wo habe ich mich angesteckt?“ (zumindest frage ich es mich immer, um einen Schuldigen für den miesen Zustand zu finden:-) ) Wenn man sich allerdings in einer Chemotherapie befindet, fragt man sich als erstes, ob es von der Chemo kommt. Und dann bleibt die Frage, ob man zum Arzt geht und sich mit einem fast nicht vorhandenen Immunsystem ins Wartezimmer setzt….eher nicht…Wenn man schon Kino, Sauna und sonstige Menschenansammlungen meiden soll, sind Wartezimmer beim Arzt wohl der Supergau. Mit einer evtl. Bindehautentzündung ist es nicht ganz so schlimm, da man sich beim Augenarzt hoffentlich nichts anderes im Wartezimmer einfängt…hoffe ich…

Na denn man tau

 

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ohne Tropfen…

so viel zu „falls ich nichts mehr von mir schreiben lasse“… Frau kann halt nicht ruhig sein 😉

Ich versuche mit dem flauen Magengefühl auszukommen, ohne gleich zu den Paspertin-Tropfen zu greifen. Das Gefühl, als wenn Dir jemand auf den Magen drückt, begleitet mich momentan dauerhaft. Teilweise wird es wellenartig etwas stärker, aber nicht „unerträglich“. Die Paspertin-Tropfen hingegen sind echt ekelhaft… da halte ich doch lieber das flaue Magengefühl aus. Seit gestern also „Tropfenfrei“.

Apropos Tropfen… ein guter Tropfen Rotwein gehört ja eigentlich zum Weihnachtsfest, aber ich kann mir dieses Jahr wohl Kreuze im Kalender malen, denn allein der Gedanke an Rotwein lässt meinen Magen rebellieren :-(.

Immerhin… ich muss es nicht ausprobieren sondern einfach nur auf meinen Körper hören. Der sagt mir schon vorher, was ich mir in die Figur schieben sollte und was nicht.
Süßstoffe beispielsweise gehen momentan auch nicht…was die Getränkeauswahl etwas einschränkt… Wasser schmeckt momentan dank des chemischen Geschmacks nicht, Light/Zero-Getränke gehen wegen Süßstoffen nicht und Säfte haben nicht gerade wenig Kalorien…hm…Tee, ja, aber will man auch nicht den ganzen Tag trinken. Naja, die Kalorien die ich beim Rotwein spare werde ich wohl in leckere Saftschorlen investieren ;-).

Abgesehen davon geht es mir soweit recht gut. Klar, ich bin am herumschwächeln, was sich wohl bis zum Ende der Chemotherapie auch nicht wirklich verbessern wird (Der Akzeptanz-Gedanke läuft auf Hochtouren). Man kann sich diese Schwäche nicht wirklich vorstellen, wenn man es nicht erlebt. Hätte mir jemand vor einigen Wochen gesagt, dass teilweise das Aufstehen von der Couch oder das Schlagen von Eiern anstrengend ist… ich hätte laut gelacht, wäre auf der Stelle herumgehüpft, hätte meinen Schatten geboxt und mich darüber lustig gemacht… das Hüpfen und Boxen lasse ich jetzt lieber 😉

Aber ich bin trotzdem froh, dass ich erträgliche Nebenwirkungen habe mit denen ich klar komme. Was der Körper so wegsteckt und wie er sich an entsprechende Umstände anpasst…Wahnsinn.

Ach ja: Meine Wimpern und Augenbrauen sind noch da, werden allerdings immer lichter. Ich vermeide daher unnötiges „im-gesicht-herumwischen“ und hoffe, dass sich die restlichen Gesichtshaare nicht verabschieden….das fehlt mir noch… Augenbrauen aufmalen…

So, nun ein leckeres Dessert-Rezept raussuchen.

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Magen- und Kopfsache

ich habe es bis gestern Nacht bzw. heute Morgen um 1:00 Uhr geschafft mich abzulenken und keine Tropfen zu nehmen. Zum Schlafen habe ich sie dann aber doch genommen und bin netterweise um 5:00 Uhr von meinem Magen wieder geweckt worden…BUH… zum Glück beschränkt es sich „nur“ auf Übelkeit und nicht etwa noch auf Besuche im gekachelten Zimmer.

So stark ich auch sein möchte, um halbsieben musste ich dann doch nach unten tapern und mir die Emend-Tablette reinziehen… und um halbzehn die Paspertin-Tropfen…und dann ein Lachsbrötchen 🙂 Immerhin: ich habe Hunger, gutes Zeichen.

Allerdings komme ich nicht mit allen Gerüchen klar. Mini-Mettwürstchen z.B. riechen plötzlich total ekelhaft… und an einige Lebensmittel muss ich nur denken, da weiß ich schon, dass ich sie vorerst nicht in meine Nähe lasse um die Übelkeit nicht unnötig anzustacheln.

Und keine Angst, ich schreibe jetzt nicht jeden Tag, wie sich mein Magen fühlt 😉
Ich hoffe, dass ich zum Weihnachtsessen ein Glas Rotwein trinken kann, denn der Gedanke an Alkohol ist aktuell auch nicht gut für meinen Magen… und wo ich schon dabei bin, führt der chemische Geschmack auch nicht gerade zu einer Besserung.

Falls ich also vorher nichts mehr von mir schreiben lasse: Schöne Völlerei! äähhh…Feiertage meine ich 😉

 

 

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

eklig aber irgendwie erträglich

ich will mich ja nicht großartig beschweren. Ich nehme bisher nicht alles an Nebenwirkungen mit und die, die ich bisher habe sind alle nicht sooo schlimm.

Aber ein durchgehend flaues Magengefühl ist schon eklig. Sobald die Wirkung der Tropfen nachlässt (so ziemlich genau nach 3,5 Stunden), wird das dann noch etwas stärker.

Ich bin aber guter Dinge, dass es nur ein paar Tage anhält und sich der Körper dann darauf eingestellt hat. Das Hirn leistet ja in solchen Dingen großartige Arbeit und somit denke ich, dass es bei der nächsten Dosis gar nicht mehr so spürbar ist, wie jetzt.

Und irgendwie will ich meinem Körper auch nicht gestatten, die Oberhand zu gewinnen 😉 Die Wirkung der Tropfen hat vor ca. 1,5 Stunden nachgelassen… wollen wir doch mal sehen, wie lange ich es Kopfmäßig in die richtige Richtung bringen kann…gutes Gift… gutes Gift…Tschakka

 

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

zu früh gefreut….

…komisches Gefühl in der Magengegend…Flüssigkeit sammelt sich im Mund…ich versuche nicht daran zu denken und lenke mich ab…dann wurde ich todmüde und habe ein paar Stunden geschlafen…ich werde vorm Klingeln des Weckers wach (nicht, dass ich die Einnahmezeit einer Tablette verschlafe)

Ich fühle mich ein wenig wie besoffen…kann nicht ganz klar gucken, beim Gehen fühle ich meine Beine nicht zu 100%…mir ist etwas schwummrig.
Das ist allerdings alles nicht schlimm…aber das flaue Magengefühl…DAS WILL ICH NICHT! Also Paspertin-Tropfen her und 20 Tropfen nehmen.

Hauptsache die wirken schnell… ich will gleich was Essen 😉

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Fakten/Behandlung, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

5. Chemo

und schon wieder liegen 2 Wochen hinter mir.
Die 5. Chemo und damit die Angst vor Übelkeit steht an. Mit Spannung habe ich auf die „Chemo-Kollegin“ gewartet, da sie nun direkt berichten kann, wie es ihr nach der mir noch bevorstehenden Medikation ergangen ist…sie lächelt…setzt sich…und sagt: „Keine Probleme mit Übelkeit.“…YES… gutes Zeichen. Dann kann es ja losgehen 🙂

Die Vormedikamente haben sich nicht wirklich verändert. Das Gift hingegen hat sich verändert. Es gibt nun einen Cocktail Cyclophospahmid und Epirubicin, wobei man zu dem Epi auch Aperol sagen könnte:

Foto 19.12.13 10 13 41Da man mit dem Eintröpfeln der Medis eh etwas bräsig im Kopf wird, passt das ganz gut 🙂

Guter Hinweis der Ärztin und der Schwester: Man sieht das Zeug auch in der Kloschüssel 🙂
Also viel trinken, damit der Urin wieder klar wird!

Die neuen Medis sparen gute 2 Stunden an Zeit ein (nicht, dass ich davon momentan nicht genug hätte). So war ich schon um 11:00 Uhr statt 13:00 Uhr fertig. Wobei ich fast noch sitzen geblieben wäre, weil die Gespräche gerade wieder sehr gut waren. Ich konnte mich dann aber doch losreißen 😉

Und was soll ich sagen…kaum hat man sich an die Einnahme bestimmter Medikamente in bestimmter Reihenfolge zu bestimmten Uhrzeiten gewöhnt…gibt es mit dem neuen Gift auch neue Medis:

Foto 19.12.13 11 47 50Der Zettel unter den Tabletten ist die Anleitung für die Einnahme… das kann man sich sonst nicht mal eben kurz merken:

Uromitexan – jeweils eine 2 und 6 Stunden nach Ende der Chemo (Blick zur Uhr).
Die Tabletten dienen zur Vorbeugung von Blasenentzündungen

Emend 80mg – jeweils eine Tablette morgens am 1. und 2. Tag nach der Chemo. Diese Tabletten beugen Übelkeit und Erbrechen vor

Emend 125mg – Am Morgen der nächsten Chemo – dreimal dürft ihr raten 😉

Fortecortin – jeweils eine Tablette morgens und abends am 1. und 2. Tag nach der Chemo.
Diese Tabletten wirken auf den Stoffwechsel, den Elektrolyt-Haushalt und auf Gewebefunktionen.

Und zuguterletzt Paspertin-Tropfen. Diese habe ich schon bei der 1. Chemo bekommen, bisher aber nie gebraucht. Die Tropfen sind auch gegen Übelkeit und Erbrechen. Da ich nun schon von zwei Mitstreiterinnen gehört habe, dass sie die Tropfen vorsichtshalber genommen haben und nicht erst auf die Übelkeit gewartet haben, damit auch gute Erfahrungen gemacht haben, werde ich es auch so handhaben.

Also abgesehen vom üblichen „Hirnmus“ ist bisher alles wie bei den letzten 4 Chemos.

NUR NOCH 3 MAL!

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Fakten/Behandlung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was isst Krebs?!

oder besser gesagt, was kann man diesen kleinen Viechern in den Rachen stopfen, damit sie daran verrecken!

Ich habe mich durch das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ gelesen.
Man liest in dem Buch eine ganze Menge über die Entstehung von Krebs, die Behandlung von Krebs und was man durch Ernährung dazu beitragen kann, das Krebsrisiko zu senken.

Eigentlich hat jeder auf Anhieb einige Beispiele parat, was Krebserregend ist (Stichwort Grillen). Aber was fällt Euch auf Anhieb ein, wenn es um Nahrungsmittel geht, die das Wachstum von Krebszellen hemmen können? hm? Ich höre nichts! So geht wohl es den meisten.

Es gibt lt. dem Buch eine ganze Menge Nahrungsmittel, die krebshemmende Moleküle enthalten und somit das Risiko an Krebs zu erkranken senken können.

Zu jedem Nahrungsmittel gibt es ausführliche Erklärungen in dem Buch. Je nach Krebsart wirken auch die Nahrungsmittel unterschiedlich, da sie unterschiedliche Moleküle enthalten.

So kann z. B. der Verzehr von zwei Mahlzeiten mit Tomatensauce pro Woche das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken um 25% senken und ein regelmäßiger Verzehr von Kurkuma kann vorbeugend gegen Magen-, Darm-, Dickdarm-, Haut- und Leberkrebs wirken.

Mit einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung könnte man dem Buch zufolge also sämtlichen Krebsarten vorbeugen und das Risiko einer Erkrankung deutlich verringern.

Hier eine Liste der im Buch genannten Lebensmittel, die einen besonders hohen Wert krebshemmender Moleküle aufweisen und in den Speiseplan mit eingebaut werden sollten (jeweils absteigende Reihenfolge des enthaltendes Moleküls):

Kreuzblüterarten (Kohl):
Rosenkohl, Blattkohl, Grünkohl, Brunnenkresse, Weiße Rüben, Weiß- oder Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Chinesischer Kohl

Die Allium-Familie:
Knoblauch (Frisch zerdrückter Knoblauch ist bei weitem der beste Lieferant von krebshemmenden Wirkstoffen!) Zwiebeln, Lauch, Schalotten, Lauchzwiebeln

Soja:
Sojamehl, geröstete Sojabohnen, gekochte Sojabohnen, Miso, Tofu, Sojamilch, Sojasauce, Kichererbsen, Sojaöl

Gewürze:
Kurkuma

Tee:
Grüner Tee, Schwarzer Tee, Oolong-Tee

Beeren und Nüsse:
Himbeeren, Brombeeren, Nüsse, Pekannüsse, Erdbeeren, Cranberrys

Fische:
Sardinen, Hering, Makrele, Lachs (Atlantik), Regenbogenforelle

Tomate:
Tomatenmark, Spaghettisauce, Ketchup, Tomatensauce, Kondensierte Tomatensuppe, Tomaten in der Dose, Tomatensaft,  Rohe Tomate

Zitrusfrüchte:
Orange, Zitrone, Grapefruit, Mandarine

Rotwein (Ich habe fast Konfetti in die Luft geworfen, als ich das gelesen habe 🙂 )
Natürlich nur in Maßen, was lt. dem Buch ca. 1-2 Gläser á 120ml pro Tag bedeutet.

Schokolade 70% Kakaoanteil (YES!) Hier wird einem ca. 25g pro Tag ans Herz gelegt.

Die krebshemmenden Moleküle sind natürlich auch in weiteren Obst- und Gemüsesorten enthalten, aber eben nicht so hoch konzentriert wie in den aufgeführten.

Dazu dann noch 3-5 Stunden Sport pro Woche und man tut was für seine Gesundheit!

Lt. dem Buch machen Ernährungsdefizite fast ein Drittel der Krebserkrankungen aus, weshalb ich Euch diese Informationen nicht vorenthalten wollte. Hier die Risikofaktoren im Überblick:
Foto 16.12.13 13 20 55

Quelle: Buch: „Krebszellen mögen keine Himbeeren“
Veröffentlicht unter Fragen&Feststellungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ganze 2 Kilometer…

eigentlich wollte ich gestern schon die Laufschuhe unterschnallen und eine kleine Runde Joggen gehen, aber die tonnenschweren Knochen haben es gestern nicht möglich gemacht. Also muss es heute sein…auch wenn sich meine Beine (oder Schweinehund?) so gar nicht danach anfühlen… aber egal. Gestern Abend habe ich mit überbackenen Tortellinis mal wieder (wie so oft in letzter Zeit) über die Stränge geschlagen, also gibt es keine zwei Meinungen. Schlappe Beine oder 8m großer Schweinehund hin oder her.

Sportklamotte angezogen, iPhone noch etwas Akkukapazität gegeben, damit Runtastic mitlaufen kann und ab zum See. Der hat ja nur einen Umfang von 3km… kein Ding… die Sonne kommt auch gerade heraus, perfekt!

Stöpsel auf die Ohren und los… die ersten Meter sind immer schwer…aber so schwer? Sind meine Füße mit Gummibändern am Boden befestigt? Brauche ich länger um den Schweinehund abzuwimmeln? Weiter… sind ja nur 3km um den See und das Wetter spielt mit… schon 500m….die sich anfühlen wie 10km… mir wird leicht übel…liegt bestimmt daran, dass ich gerade vorm Laufen noch einen Joghurt gegessen habe (was soll es sonst sein)… nach 1km wird mir meine Pace über die Kopfhörer gesagt, die ganz ok ist…. mir ist übel…aber ich muss die Runde…ich WILL die Runde…ich muss umdrehen…

Ich habe mir immer gesagt, dass ich auf meinen Körper höre und mich nicht an irgendwelche (in diesem Fall) idiotischen Leistungsgrenzen bringe…aber ich habe nicht gewusst wie schwer es wirklich ist, der Vernunft nachzugeben. Ich drehe also um jogge zurück…ich kann nicht mehr…ich bin tatsächlich total kaputt und pruste als wenn ich mitten im Intervalltraining stecke…noch 800m… ich bin wütend…enttäuscht…nein, eigentlich nur wütend…noch 500m…es ist soo anstrengend…meine Gedanken kreisen um meine Schwäche…um das wütende Gefühl…ich werde doch nicht auf die letzten 500m…doch mir laufen die Tränen… Spaziergänger gucken mich komisch an, aber das ist mir herzlich egal… zum ersten Mal seit der Diagnose denke ich: WARUM MUSS ICH EINE DER „jede-10.-Frau“ SEIN?!

Ich sitze wieder im Auto…ärgere mich über mein Geheule, den Warum-Gedanken und meine momentane Schwäche…2km…dafür ziehe ich mich normalerweise nicht einmal um…

und ZACK, wieder auf der Couch

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

tonnenschwere Knochen

bevor ich wieder angemotzt werde, dass ich keine neuen Beiträge schreibe, hier mal ein kurzer Zwischenstand 🙂

Nach der letzten Chemo hat sich der übliche chemische Geschmack wieder eingestellt, der mich dann ca. 3-4 Tage begleitet. Die leichte Taubheit in den Fingerkuppen ist fast nicht vorhanden, sodass ich hier nicht einmal von Nebenwirkungen sprechen würde.

Allerdings wird die Schlappheit spürbarer. Ich hatte es ja schon in einigen Beiträgen erwähnt, führe es aber jetzt gern mal etwas näher aus. Jetzt gerade zum Beispiel sitze ich (mal wieder) auf der Couch und habe das Gefühl, dass meine Knochen durch die Muskeln (sofern noch vorhanden) und Haut in den Boden sinken wollen. Obwohl die Beine auf der Couch liegen fühlen sie sich tonnenschwer an, begleitet von einem unangenehmen Druck. Auf der einen Seite will ich dann nicht aufstehen, weil allein die Vorstellung sich zu bewegen schon anstrengend ist und auf der anderen Seite will ich auch nicht einfach nichts tun.

An dieser Stelle muss ich mal sagen: Es ist eine absolute Frechheit, dass mein Körper einfach das Sagen übernommen hat und ich mich nicht wirklich wehren kann!
Teilweise sind diese tonnenschweren Knochen auch in den Armen vertreten… und dann versucht mal mit Blei-Armen Wäsche aufzuhängen… drei Teile und ich muss mich total zusammenreißen den Rest auch noch aufzuhängen… Wasser einschenken kann auch total anstrengend sein… oder im Topf zu rühren… hört sich total lächerlich an, aber wenn der Körper nicht mehr so mitspielt, wie man es gewöhnt ist und die kleinsten Dinge total anstrengend werden macht man sich bewusst, was da im Körper an Remmidemmi los sein muss.

Normalerweise gönne ich meinem Körper nicht allzu viele Pausen und es ist nicht so leicht, diesen Zustand zu akzeptieren, aber die Vernunft siegt dann tatsächlich…für heute…morgen muss ich mal gucken, ob meine Beine ein leichtes Joggen zulassen 😉

ABER: Es gibt schlimmeres. Das ist alles noch im grünen Bereich, auch wenn es mich natürlich ETWAS nervt.

Veröffentlicht unter Chemotherapie, Ich fühle... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar