…bringt die Chemo was?

…ist eine Besserung in Sicht?
…wann bekommst Du die Ergebnisse der Chemo?
…wirkt die Behandlung?
…wann bist Du fertig mit der Behandlung?

So oder so ähnlich lauten die Fragen, mit denen mich mein Umfeld konfrontiert…was mich zu diesem Beitrag veranlasst, denn diese Fragen verdeutlichen, wie wenig man sich mit dem Thema Krebs auseinander setzt…warum auch…hat einen ja nie betroffen…so sind wir Menschen…es muss erst was passieren, damit das Interesse und die Wissbegierigkeit geweckt wird. Da bin ich leider das beste Beispiel.

Ich gehe normalerweise regelmäßig Blutspenden und habe immer gedacht, dass ich schon benachrichtigt werde wenn was schlimmes ist, denn es würde ja sicherlich im Blut gesehen werden…es wird ja schließlich getestet bevor es einem Blutbedürftigen verabreicht wird… Pustekuchen! Krebszellen kann man nicht so einfach aufspüren und nachweisen! Genau da liegt das Problem.

Eine einzelne (sich entwickelnde…fiese kleine…lebende…miese…verhasste…) Krebszelle ist kein Tumor und somit also nicht mal eben im Körper auffindbar. Ansonsten wäre es wohl recht einfach für die Medizin, Krebs im frühesten Stadium festzustellen und entsprechend zu behandeln.
Um nun also das Rückfallrisiko so gering wie möglich zu halten gilt es, eventuell im Körper vorhandene Krebszellen zu zerstören. Die Chemotherapie, sowie die anschließende Bestrahlung und die darauf folgende Hormontherapie (je nach Krebsart) sind quasi reine Vorsichtsmaßnahmen um eine mögliche Tumorbildung zu verhindern.

Als geheilt gilt man, wenn es 5 Jahre lang keinen Rückfall (Rezidiv) gab…und geheilt ist im Falle von Krebs nicht gleichzusetzen mit „gesund“! Man kann nie wissen, mit welchen Spätfolgen man nach den Behandlungen zu tun hat. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass eine Krebsbehandlung einen Patienten ca. 10 Jahre älter macht, weil die Reserven aufgebraucht sind…dann werde ich also nur noch 90 Jahre alt 😉
Ich darf daher nicht erwarten, dass ich in kürzester Zeit wieder so fit bin wie vor der Diagnose…aber versuchen werde ich es…nein…eigentlich verlange ich es 🙂

Für Pulserfahrene unter Euch hier ein kleines Beispiel für mein derzeitiges innerliches Kraftwerk: Vor der Diagnose lag mein Auf-der-Couch-sitzen-Puls bei ca. 58-63 Schlägen die Minute, aktuell liegt er bei 85-90 Schlägen die Minute.

Da soll mal einer sagen, ich sitze nur faul auf der Couch herum… 😉

 

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