letzte Chemo?

ich muss zugeben, dass ich etwas angespannt war.
Da sich meine Erkältung seit 25 Tagen an mich klammert habe ich schon das Szenario vor mir gesehen: „Frau Gerusch… Ihre Blutwerte sind da und wir können die Chemo heute leider nicht durchführen“… das wäre der Horror…ja ok, zugegeben wäre das jetzt nicht megamäßig dramatisch, aber ich will es endlich hinter mir haben!

Also ging es heute morgen wie gewohnt los.
Um viertel nach acht war mein Port in Betrieb und das Blut wurde ins Labor geschickt.
Nun hieß es warten (hatten wir lange nicht).
Da es üblich ist, nach der 3. Chemo unter Epirubicin einer Herzechokardiographie unterzogen zu werden, bin ich um viertel vor neun also runter ins EG und habe das Herz checken lassen. Da war alles in Ordnung…außer dass der Doc die Daten der Untersuchung im Oktober nicht finden konnte…waren nicht im Computer…habe ihm daraufhin eine kurze Beschreibung des „damals“ durchführenden Arztes abgegeben (So, gepetzt). Können ja nicht einfach meine Daten verschlampen!

Danach wieder hoch ins Chemozimmer…voller Erwartungen…nix..Blutwerte dauern heute etwas länger als sonst.

Aber dann… die Erlösung! Blutwerte sind da und abgesehen von einem minimal erhöhtem Entzündungswert in Ordnung! YES! Hätte nicht gedacht, dass ich mich mal über eine Chemo freue :-). Ich habe versucht meine Freude etwas im Zaum zu halten, da die anderen anwesenden Damen noch einen längeren Weg vor sich haben…aber so ganz gelang mir das nicht 😉

Also war es nun offiziell die letzte! Ich freue mich, dass der „schwerste Brocken“ nun hinter mir liegt, auch wenn ich kaum etwas an nennenswerten Nebenwirkungen hatte (zum Glück).
Nun kann ich mich der wichtigen Frage widmen, wann ich den Port entfernen lasse.
Nachdem ich ja nun gestern erfahren habe, dass ich während der Strahlentherapie nicht Joggen darf (aufgrund von Ödemen, die während der Bestrahlung in der linken Brust auftreten können/werden), kann ich den Port also so entfernen lassen, dass ich nach der Bestrahlung nicht auch noch mit der Wundheilung der Portnarbe das Joggen weiter hinauszögere. Also zeitnah…es gibt ja auch Frauen, die den Port 5 Jahre drin lassen…für den Fall der Fälle…pfff…den wird es nicht geben!

Ich habe mich übrigens für ein ehrenamtliches Projekt quasi selbst verpflichtet. Durch Zufall habe ich davon gelesen, dass in einigen Krankenhäusern Herzkissen (auch „Herzen gegen Schmerzen genannt), an Brustkrebs erkrankte Frauen verschenkt werden. Und da „mein“ Krankenhaus mit solchen Herzen bisher nicht versorgt wurde, habe ich kurzerhand eine Herzkissengruppe für Hamburg ins Leben gerufen (herzkissenhamburg.wordpress.com).
Irgendwie habe ich das Bedürfnis etwas für „Bewusstsein Brustkrebs“ zu tun. Und nun rollen die Steine und es gibt kein zurück mehr 😉
Das „Go“ vom Krankenhaus gab es auch und ich habe heute schon einige Worte mit der BreastNurse gewechselt.

Ich freue mich, dass ich nun was sinnvolles zu tun habe (sicher, die Couch plattsitzen ist supersinnvoll, aber man braucht ja Abwechslung 😉 ).

Apropos: Ab auf die Couch 😉

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Eine Antwort zu letzte Chemo?

  1. Mechthild schreibt:

    Guten Morgen,
    ich wurde am 7.3. an der li. Brust operiert und habe vom Krh. ein Herzkissen geschenkt bekommen. Und es ist wirklich ein GESCHENK, es hat sooo gut getan, es sich unter den Arm zu legen. Kein Scheuern und Drücken. Das Kissen ist einfach Gold wert.
    Wünsche Dir für die Bestrahlung alles Gute!
    Liebe Grüße Mechthild

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